E-Portfolio-Systeme

E-Portfolios sind, wie die Bezeichnung schon sagt, die elektronische Form von Portfolios. Das Ziel eines E-Portfolios ist die Lernenden zu unterstützen, durch die elektronischen Medien (wobei dies heute fast ausschließlich mit Webtechnologien passiert) ihren Lernprozess zu organsieren, zu dokumentieren, zu reflektieren bzw. zu präsentieren.
Ein E-Portfolio ist eine digitale Sammlung von mit Geschick gemachten Arbeiten, sogenannte Artefakte, (von lateinisch arte, mit Geschick, factum, das Gemachte) einer Person, die dadurch das Produkt (Lernergebnisse) und den Prozess (Lernpfad/Wachstum) ihrer Kompetenzentwicklung in einer bestimmten Zeitspanne und für bestimmte Zwecke dokumentieren und veranschaulichen möchte. Die betreffende Person hat die Auswahl der Artefakte selbstständig getroffen und diese in Bezug auf das Lernziel selbst organisiert. Erstellende haben als Eigentümer/innen die komplette Kontrolle darüber, wer, wann und wie viel Information aus dem Portfolio einsehen darf (Salzburg Research, 2007).
E-Portfolios können zum Zweck der Dokumentation des Lernprozesses, u.a. auch fürs Lebenslange Lernen (LLL), eingesetzt werden (siehe Kapitel #offeneslernen). Durch Verwendung von E-Portfolios entstehen gewisse Mehrwerte. Man kann Hyperlinks einbinden, um innerhalb eines E-Portfolios auf die anderen Informationsquellen zu verweisen und zu verlinken. Durch das Verschlagworten (taggen) können die Inhalte eines E-Portfolios mit ähnlichen Artefakten verknüpft werden. Die Lernenden haben die Möglichkeit, auf die bereits reflektierten Arbeiten zu reagieren, diese zu kommentieren und zu diskutieren. Dadurch steigt die Motivation der Lernenden, ihre Leistungen zu reflektieren und E-Portfolios zu führen. E- Portfolios können, da sie elektronisch sind, leicht im Nachhinein bearbeitet und ergänzt werden (Ebner & Maurer, 2008).
E-Portfolios werden zunehmend vermehrt in Schulen und Hochschulen eingesetzt. Einige Hochschulen bieten ihren Studierenden an, ihre Leistungen durch E-Portfolios zu präsentieren. Daher werden manchmal die E-Portfolios in bereits bestehende LMS der jeweiligen Hochschulen integriert. OLAT und ILIAS sind zum Beispiel zwei LMS, die eine solche Möglichkeit anbieten. Hingegen ist ELGG ein Social-Networking-System, das erlaubt, E- Portfolios in chronologischer Reihenfolge zu führen, in Gruppen zusammenzufassen oder Rechte über die einzelnen Beiträge zu vergeben. Andere bekannte Softwareprodukte wie Drupal, Mahara und Wordpress bieten ähnliche Funktionalitäten an.
Unter E-Portfolio-Systemen versteht man Systeme, die zentrale Prozesse der E-Portfolio-Arbeit (Sammeln, Reflektieren, Publizieren) sowie den Austausch darüber (Peers, Betreuer/innen, Öffentlichkeit) unterstützen und organisieren.

Auswirkungen auf die Gestaltung des Lernens und Lehrens

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E-Portfolio-Systeme sind dazu da, dass E-Portfolios erstellt und gepflegt werden können, denn es ist technisch gesehen sehr einfach, damit Inhalte im Internet zu veröffentlichen, egal, ob es sich dabei um reinen Text, Bilder, Videos oder interaktive Objekte handelt.
Auf der anderen Seite kann dies auch ein Nachteil sein, denn diese Systeme sind starr in ihrer Anwendung und erlauben kaum oder nur schwer andere Aktivitäten, zum Beispiel Kommunikation der Nutzer/innen oder Verwaltung von Materialien, abzubilden. Viele solcher notwendigen Erweiterungen (wie beispielsweise die Integration eines Diskussionsforums) sind nur über Plugins lösbar, was wiederum zu einer sehr speziellen, komplexen Oberfläche führt. Diese technischen Einschränkungen wirken sich natürlich auf die didaktische Gestaltung des Unterrichts aus.
Bei portfoliobasiertem Unterricht geht es um die individuelle Darstellung von Lerninhalten, das Sammeln und Teilen dieser und um die Kommunikation zwischen den Beteiligten (Schiefner & Ebner, 2008). Unabhängig vom System an sich ist, dass sich dieses didaktische Szenario nicht für alle Inhalte eignet. Abschließend muss auch darauf hingewiesen werden, dass derzeit nur wenige Bildungsinstitutionen solche Systeme bereits flächendeckend selbst zur Verfügung stellen und warten und damit das (Weiter-)Führen eines E-Portfolios zur Darstellung von Leistungen und Kompetenzen kaum möglich ist.