Web-Werkzeuge für kollaboratives Arbeiten

„Collaborative forms of learning are becoming increasingly popular methods of adult education, because they involve all students in the process of learning. Social software is based heavily on participation, and this is apparent in a number of features including tagging, voting, versioning, hyperlinking and searching, as well as discussion and commenting. The power of this kind of software is that it includes all in the process of creating group based collections of knowledge, and artefacts that are of specific interest to the learning community.” (Wheeler, 2008, 5)
Von kollaborativem Lernen kann nach Haake et al. (2004) dann gesprochen werden, „wenn ein gemeinsames, von allen am Lernprozess Beteiligten geteiltes Ziel vorliegt beziehungsweise großer Wert auf das Aushandeln gemeinsamer Ziele, Prozesse und Ergebnisse gelegt wird” (Haake et al., 2004, 1). Zuweilen wird davon der Begriff des kooperativen Lernens abgegrenzt, bei dem es eher um die Aufteilung von Aufgaben innerhalb einer Gruppe geht: „Kooperativ weist häufig auf eine Strukturierung des Lernprozesses durch Rollen und bestimmte Kooperationsmethoden hin” (Haake et al., 2004, 2). Wenn dabei Informationstechnologien zum Einsatz kommen, wird diese Spezialform der Organisation von Lehren und Lernen klassisch als „Computer Supported Collaborative Learning”, kurz CSCL, bezeichnet (vgl. Haake et al., 2004, 3).
In diesem Kapitel soll es nun um die Möglichkeiten der Nutzung webbasierter Werkzeuge für die Unterstützung kollaborativer beziehungsweise kooperativer Lernprozesse gehen. Es gibt im World Wide Web (WWW) eine ganze Reihe von Werkzeugen, die sich gerade für die gemeinsame Auseinandersetzung mit Lerninhalten sehr gut eignen. Wir werden in der Folge eine Übersicht über Möglichkeiten der Nutzung solcher Werkzeuge anbieten und ausgewählte Webdienste vorstellen. Diese sind fast allesamt Browser-basiert (keine Installation von Software erforderlich), zumindest in einer Basisversion kostenfrei verfügbar und einfach zu nutzen – manche davon sogar ohne eigenes Benutzerkonto (Account), was dem/der Nutzer/in die Eingabe persönlicher Daten erspart.
Die rasche Entwicklung des sogenannten Social Web und seiner Dienste bringt es mit sich, dass die dauerhafte Verfügbarkeit von Diensten nicht immer gewährleistet ist. Änderungen der Funktionspalette eines Dienstes, des Geschäftsmodells (etwa anfänglich gratis, dann nur noch gegen Bezahlung oder gratis in der Basisversion und kostenpflichtig für bestimmte Optionen) bis hin zur Einstellung eines wenig profitablen Dienstes, erfordern es, im Bedarfsfall flexibel zu agieren und auf alternative Werkzeuge umzusteigen. Aus diesem Grund sind im vorliegenden Kapitel stets mehrere Werkzeugalternativen angegeben. In der Linksammlung auf diigo finden Sie zusätzliche Werkzeuge sowie weiterführende Informationen. Praktische Möglichkeiten, um nach Alternativen für Webdienste oder Software zu suchen, sind AlternativeTo oder kommentierte Werkzeugsammlungen wie beispielsweise das Wiki Edutec, das einer der beiden Autoren als unterrichtsbegleitendes Arbeitsmaterial für Kurse zusammengestellt hat.
Web-Werkzeuge – Begriffliches:
Social Web: Unter „Social Web“ (frühere Bezeichnung: „Web 2.0“) verstehen die Autoren die Gesamtheit der Angebote (Dienste), die das Arbeiten in der gegenwärtigen, interaktiven Form des WWW und seiner Zwei-Wege-Kommunikation ermöglichen.
Social Media: Unter „Social Media“ verstehen die Autoren die Gesamtheit der Medieninhalte, die von den Nutzerinnen und Nutzern des Social Web produziert, geteilt und online verfügbar gemacht werden („User Generated Content“).
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