Zur weiteren Entwicklung von Hypertext

Zur Zeit der Entstehung des World Wide Web im Internet schien das Netz ein Lesemedium zu sein, in dem nur wenige Protagonistinnen und Protagonisten Inhalte produzieren würden. Es gab die Befürchtung, dass alle vor 1988 gedruckten Texte in Vergessenheit geraten würden. Inzwischen ist durch die Digitalisierung älterer Schriften, vor allem dank der Initiative von Google, ein großer Teil älterer Publikationen bewahrt worden.
„Die Wüste Internet“ lautete der deutsche Titel des Buches von Clifford Stoll (1996; orig. „Silicon Snake Oil“, 1995). Noch 1997 konnte Hartmut Winkler im Internet nur ein Medium der Texte und Schrift“ entdecken und musste folglich den „Hype um digitale Bilder und Multimedia“ als Übergangsphänomen (Winkler 1997, 375) verkennen. Inzwischen ist das Internet ein effizienter Träger für Bilder und Animationen, für Musik, Audio, Video und Film. Die Konvergenz der Medien ist keine bloße „historische Kompromissbildung“ (ebd.) mehr. Im Digitalen entsteht eine neue interaktive Gestalt aus der Synthese aller Medien.
Denken Sie sich ein Lernexperiment mit einem wissenschaftlichen Inhalt oder Gegenstand aus, der in Hypertext-Form verfasst ist. Überlegen Sie, ob und wie Sie den Lerneffekt des Experiments nachweisen könnten.
Es gibt zwar enorm leistungsfähige Suchmaschinen, doch Ordnung und Transparenz werden durch die Masse der Angebote und den Wildwuchs der Standards zugeschüttet, Ontologien, Metadaten und Taxonomien hinken weit hinter den seit Jahrhunderten gewachsenen Thesauri der Bibliotheken her. Das Internet versteht uns nicht, es ist nicht semantisch, das heißt, es kann nicht die Bedeutung von Aussagen und Sätzen verstehen. Dennoch ist es unverzichtbar geworden. Wir warten auf die nächste Entwicklungsstufe, die Tim Berners-Lee und eine Arbeitsgruppe des W3C unter dem Begriff „Semantic Web“ angekündigt haben.