L3T 2.0 – Organisation, Ablauf und Neues

L3T ist kein klassisches Lehrbuch. Schon die erste Version zeichnete sich dadurch aus, dass es ein Gesamtwerk von rund 200 Personen war, die ein Ziel hatten – ein Lehrbuch für den Fachbereich frei zugänglich zu machen.
Die Erarbeitung einer erweiterten, vollständig überarbeiteten Version von L3T im Rahmen des Projekt „L3T 2.0“ sollte das natürlich beibehalten, Schwächen der ersten Version ausmerzen und sowohl technisch als auch organisatorisch einen Schritt weitergehen.
Organisatorisch lag die wesentliche Herausforderung darin, die wesentliche Arbeit in nur sieben Tagen zu erledigen, dazu detaillierte Planungen und Organisationen vorzubereiten, die richtigen Werkzeuge auszuwählen und auch genügend Mitmacher/innen zu finden.
Gleichzeitig galt es auch, die Autorinnen und Autoren davon zu überzeugen, wieder dabei zu sein und die Texte diesesmal noch offener, nämlich unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-SA zur Verfügung zu stellen, welche auch Modifizierungen der Texte erlaubt.
Da bei der ersten Auflage kritisiert wurde, dass nur ein PDF-Version erhältlich ist, soll die neue Auflage möglichst auch als XHTML sowie EPUB-Datei zur Verfügung gestellt werden. Hier erschien es uns unmöglich, in sieben Tagen mehrere Versionen nacheinander zu erstellen oder Korrekturen in drei Dateien parallel vorzunehmen. So entstand die Idee des L3T-E-Book-Editors, der die entsprechenden Datei-Formate, soweit dies möglich ist, layoutiert und „schön“ gestaltet, aber nur auf einer Basisdatei beruht.
Seit wir die Idee des Booksprints im Januar 2013 offiziell allen unter http://l3t.eu/2.0 (unserem Weblog zum Projekt) zugänglich machten, gab es vieles zu erledigen. Begonnen haben wir bei den Autorinnen und Autoren der ersten Version mit der Anfrage, ob sie die Überarbeitung ihres Kapitels durchführen wollen. Weiters wurden neue Kapitel definiert und aktive potentielle Autorinnen und Autoren gesucht. Es gab eine circa sechswöchige Online-Phase, in der wir Rückmeldungen zu den bestehenden Kapiteln mittels Etherpads sammelten. Parallel dazu wurden acht Standorte für Camps über ganz D-A-CH ausgewählt. Im ersten Online-Meeting der Campleiterinnen und -leiter im Mai 2013 wurden so die ersten Pläne durchgegangen und über Marketingmaßnahmen gesprochen, um möglichst viele Personen involvieren zu können. Danach war der Stein im Rollen, Jobs wurden auf der Webseite definiert und die Social-Media-Kanäle mit Informationen bespielt.
Neben dem eigentlichen Schreiben kamen auch auf den ersten Blick verrückte Ideen auf, wie zum Beispiel jene der mobilen Reporterin, die alle Camps während der Woche besuchen sollte, oder der täglichen Live-Sendung „L3T TV“. Anfang Juli, also rund sechs Wochen vor den eigentlichen sieben Tagen, waren wir drei Projektorganisatoren nur noch mit L3T 2.0 beschäftigt: Der E-Mail-Austausch stieg an, viele Autorinnen und Autoren luden ihre überarbeiteten Beiträge hoch (einige planten in „unseren“ sieben Tagen Urlaub.
Die Umsetzung eines solchen Buches in einer Woche erfordert natürlich eine gute Organisation und auch hohe Disziplin aller Beteiligten. Sämtliche Prozesse müssen transparent und offen gestaltet sein, um Missverständnisse zu vermeiden und die Kommunikation so gut es geht zu ermöglichen und dabei überquellende E-Mail-Eingangsordner zu vermeiden. Außerdem soll auch jede/r sehen, welchen Beitrag sie/er leistet, wo das eigene Kapitel gerade steht und wo das gesamte Projekt gerade steht. In der Vorbereitung wurden dann neben den Campleiter/innen auch Verantwortliche für die einzelnen Bereiche (Autorinnen und Autoren, Gutacher/innen, Lektor/innen usw.) definiert, die mit Hilfe von öffentlich einsehbaren Boards in der Webapplikation Trello die Übersicht in der Woche wahren sollten. Einschulungen für Layouter/innen, Besprechungen mit Literaturverantwortlichen, dem Juristen, den Layouter/innen, den Verantwortlichen für die Bilder, Lektor/innen usw. komplettierten die umfangreichen Organisationsaufgaben.
Dann ging es tatsächlich los. Pünktlich starteten wir mit L3T TV am 20.8.2013 um 09.00 Uhr und führten in die Projektwoche ein. Die tägliche Morgensendung sollte uns dann die ganze Woche begleiten und uns umfassend über verschiedenste Tätigkeiten in den Camps informieren. Im Anschluss wurde der Livestream zwischen den Camps geöffnet (hier gilt ein besonderer Dank der Firma Visocon), um einen ständigen Austausch zu gewährleisten, und auf den Trello-Boards wurden die Aufgaben den einzelnen Personen zugeteilt. Mit hoher Konzentration wurde dann den ganzen Tag gearbeitet – geschrieben, gelesen, lektoriert, ausgebessert, überprüft, layoutiert, versendet. Tägliche Redaktionssitzungen halfen, die Übersicht über das Projekt zu bewahren.
Trotzdem haben die einzelnen Camps auch für Abwechslung gesorgt, etwa durch Besuche von Journalistinnen und Journalisten, Autorinnen und Autoren oder insbesondere auch durch geplante Aktionen, wie die „schräge Stunde“, eine Stunde geplanter „Auszeit“ während der sieben Tage.  In dieser hatten die Camps die Aufgabe einmal etwas ganz anderes zu machen. Vieles ist davon im Weblog dokumentiert und kann dort gerne nachgelesen und angeschaut werden.
Um alle Beteiligten und Interessierten auf dem Laufenden zu halten, um die Aktivitäten zu koordinieren sowie, um auch potentielle Leser/innen zu gewinnen, wurden natürlich auch sämtliche Social-Media-Kanäle genutzt. Entweder konnte man in Twitter unter dem Hashtag #l3t mitlesen oder auf Facebook bzw. Google+ kommentieren.
Die Social-Media-Aktivitäten von L3T im Überblick:
In Kenntnis pädagogischer Prinzipien, nämlich, dass man gemeinsames Lernen und Arbeiten auch feiern muss, haben wir am Ende der Projektwoche nach der Pressekonferenz natürlich auch in allen Camps angestoßen.