Vorgehen bei der Erstellung von Educasts

Die Realisierung von Educasts scheint einfach: Aufnahmesoftware starten, Aufnahme starten, aufzeichnen und kommentieren. Dann wird das Produkt zusammen mit einer textbasierten Beschreibung (‚Shownotes‘) online gestellt und die Zielgruppe wird über die Existenz des neuen Lernstoffs automatisch informiert. Für die erfolgreiche Erstellung von Educasts gilt es, sich mit der Gestaltung des Inhalts, mit den gewählten Technologien und der Veröffentlichung auseinander zu setzen. Dazu werden in der Box ‚In der Praxis‘ oben Tipps für Werkzeuge und Webadressen gegeben. Gestaltungsprinzipien, die auf Erkenntnissen der Gedächtnispsychologie beruhen, wie zum Beispiel der kognitiven Theorie multimedialen Lernens (Mayer 2005), sind dabei zu beachten (beispielsweise das Verhältnis von visuellen und auditiven Informationen, Split-Attention-Effect etc.) (siehe Kapitel #gedaechtnis).
Für die Entwicklung von Educasts gilt zum einen, didaktische Prinzipien sowohl bei der Gestaltung als auch beim Einsatz von Educasts zu berücksichtigen. Zum anderen gilt es, das Medium Educast auf seine Wechselwirkung von unterschiedlichen Methoden, Lerninhalten und Zielgruppen hin zu untersuchen. Educasts können im Lernprozess zur Wissenspräsentation in darstellender und organisierender Weise sowie zur Unterstützung personeller Kommunikation genutzt werden. Damit können sie sowohl einem instruierenden als auch einem konstruktivistischen Lehr-/Lernverständnis zugeordnet werden. Entsprechend lassen sich dann unterschiedliche didaktische Gestaltungsmöglichkeiten entwickeln (siehe Kapitel #lerntheorie).