Micro-/Blogging in der Forschung

In diesem Abschnitt stellen wir ausgewählte Forschungsstudien zu Micro-/Blogging vor.

Blogs in der Forschung

Nach dem allgemeinen Hype in den Jahren 2005/2006 rund um das Thema Blogs hat sich deren Verwendung heute mehr oder weniger gesetzt. Viele Blogs, die vor wenigen Jahren Hochbetrieb hatten, liegen heute brach. Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2012 zeigt, dass unter den Internetnutzerinnen und -nutzern in Deutschland eine eher passiv-konsumierende als eine aktiv-gestaltende Haltung herrscht: Insgesamt bloggen nur 3 Prozent (Eimeren & Frees, 2012, 365). Es entstehen jedoch immer wieder neue Blogs und es gibt Wissenschaftler/innen im deutschsprachigen Raum, die regelmäßig bloggen. Vor allem scheint der Gedanke vorrangig einen öffentlichen Diskurs über eigene Arbeit zu führen und anderen zugänglich zu machen. Laut Schulmeister (2010) kann die These von Leggewie (2006), dass Blogs eine eher monologische Ausdrucksform sind, auch auf die Blogs der deutschsprachigen E-Learning-Wissenschaftler/innen angewendet werden.
In der Praxis: Beispiele für Blogs aus der E-Learning-Szene

Microblogs in der Forschung

Laut der ARD/ZDF-Onlinestudie 2012 nutzt in Deutschland vor allem die Digitale Avantgarde Microblogs, vor allem Twitter, um informiert zu werden (Busemann & Gscheidle, 2012, 382). Dabei bestehen die persönlichen Netzwerke in Twitter aus einer Mischung aus professionellen Anbietern sowie privaten Kontakten. Auch im Fall von Microblogs dominiert eine eher passive Nutzung: Viele nutzen Twitter lediglich als ,Follower‘ und folgen den wenigen, aktiven Usern (Busemann & Gscheidle, 2012, 382).
Was das Microblogging in Bildungskontexten angeht, zeigen Praxis- und Forschungsberichte, dass der Einsatz von Microblogging kein Selbstläufer ist. Häufig wird die Nutzung forciert, in dem sie zum Bestandteil der Bewertung wird (Ebner et al, 2010b), wobei als Gründe für dieses didaktische Handeln häufig die fehlende Motivation und geringe Vertrautheit der Lernenden mit den Tools genannt werden (Medienzoo, 2010). Die Aktivität der Lehrenden ist maßgeblich für die Nutzung des Tools durch Studierende: Berichte der Praktikerinnen und Praktiker zeigen, dass Diskussionsforen oder auch Micro-/Blogging im hohen Maße davon abhängig sind, ob die Studierenden das Gefühl haben, dass auch Lehrende in Microblogs aktiv sind (Beck, 2007).
Neben der wissenschaflich fundierten Erprobung von Microblogs in verschiedenen Lehr-/Lernsituationen (Ebner, 2013), werden heute zunehmend semantische Technologien eingesetzt, um automatisierte Auswertungen von Twitterstreams oder Lehr-/Lerninhalten durchzuführen. So zeigen Thonhauer et al. (2012), dass sie Lerncommunities basierend auf Ähnlichkeiten zusammenstellen können und schlagen Lernenden andere Microbloggingnutzer/innen vor. Softic et al. (2013) verfolgen einen ähnlichen Weg, visualisieren aber zusätzlich die Nähe zur anderen Nutzerinnen und Nutzern. Laut Ebner et al. (2010b) sowie Schön und Ebner (2013) wird Twitter – im Unterschied zu Blogs – primär als ein Diskussionsmedium und weniger als ein Tool zum Informationsmanagement eingesetzt.
Übungsaufgaben zu Blogs
  1. Suchen Sie im Internet nach Blogs von Ihnen bekannten Expert/inn/en oder zu den Themen, die Sie besonders interessieren. Schreiben Sie einen Blogbeitrag darüber und senden Sie den Link zu diesem Blogbeitrag via Twitter!
  2. Erstellen Sie ein Szenario für den Einsatz von Blogs, um das persönliche Lernen von einer oder mehreren Personen, die Sie kennen, zu unterstützen. Welches Microblogging-Tool wäre geeignet? Was wären die inhaltlichen Schwerpunkte?
  3. Fragen Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen, ob und wie Sie Blogs bereits zum Lernen und Lehren einsetzten. Sie können auch diese Frage ganz öffentlich via Twitter stellen und schauen, welche Beispiele Ihnen genannt werden.
Übungen zu Microblogs
  1. Finden Sie die Twitteraccounts der Ihnen bekannten Wissenschaftler/innen heraus. Wenn Sie Lust haben, folgen Sie diesen und treten mit Ihnen in Dialog!
  2. Erstellen Sie ein Szenario für den Microblog-Einsatz in einer Lehrveranstaltung. Welchen Dienst würden Sie einsetzen? Wie würden Sie die Lernenden dazu anregen, miteinander und mit anderen zu kommunizieren? Wie würden Sie Ihre Lernenden über die Chancen und Risiken der öffentlichen Kommunikation in Microblogs aufklären?
  3. Probieren Sie dann das Micro-/Blogging in Ihrer Praxis aus! Sammeln Sie Erfahrungen und teilen diese mit anderen. Dadurch tragen Sie dazu bei, dass wir gemeinsam unser Wissen über den Einsatz von diesen neuen Tools erweitern.